Alsdorf ist bekannt als ein ehemaliger Zechenstandort im Westen von Nordrhein-Westfalen. Die Stadt mit zirka 46.000 Einwohnern liegt nördlich von Aachen im Dreiländereck Deutschland, Belgien, Niederlande. Rund fünf Prozent des Stadtgebiets sind bedeckt mit Abraumhalden aus der Bergbauzeit. Doch inzwischen hat sich die Stadt auf Dienstleistungsunternehmen fokussiert. Neben einer großen Stadthalle hat Alsdorf ein Kinozentrum, ein Bergbaumuseum und einen Tierpark zu bieten.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Alsdorf zum Herzogtum Limburg der Österreichischen Niederlande, während einige Stadteile deutschen Oberämtern zugeordnet waren. Erst 1818 wurde Alsdorf durch die Preußen "vereint". Bis 1983 wurde in Alsdorf Kohle gefördert. Traurige Berühmtheit erlangte die Stadt 1930 als sich in der Grube Anna ein Grubenunglück mit 271 Toten ereignete. Ende der Sechziger Jahres des vergangenen Jahrhunderts war Alsdorf in den Medien präsent, weil dort die Prozesssitzungen zum Contergan-Skandal stattfanden.
Nach Schließung der Zeche Anna sollte auf der in der Innenstadt gelegenen riesigen Fläche neue Wohn- und Gewerbeflächen entstehen unter besonderen städtebaulichen, architektonischen und ökologischen Qualitätsstandards. Hier befindet sich auch das Bergbaumuseum, das zu einem Erlebnismuseum der Bergbaugeschichte ausgebaut wird, um die Entwicklung der Energieerzeugung und die Bergbaugeschichte zu dokumentieren. Der Anna-Park ist ein aktuelles Beispiel, wie öffentlicher Raum gemeinschaftlich genutzt werden kann.
Vielfältig ist die Alsdorfer Kultur, die von einem bunten Mix aus unterschiedlichen Sparten lebt. So gibt es neben regelmäßigen Kunstausstellungen auch Lesungen oder Konzerte, die vom örtlichen Kunstverein veranstaltet werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt und der Sparkasse wird alle zwei Jahre ein Kunststipendium unter dem Titel "Kunst für Alsdorf" ausgelobt. Die wohl bekanntesten Alsdorfer sind Herbert Zimmermann, der 1954 als Reporter die legendäre Radioreportage des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft in Bern kommentierte und Fußball-Nationalspieler Torsten Frings sowie der bekannte Bildhauer und Maler Ludwig Schaffrath.