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Kempten liegt im Südwesten Bayerns im Regierungsbezirk Schwaben und gehört zu den größten Städten des Allgäus. In Kempten leben rund 62.000 Menschen. Die Landschaft um Kempten ist typisch für das Voralpenland: Hügel und Berge bis über 1.000 m, Seen und kleine Flüsse. Durch die Stadt selbst fließt die Iller, die auch manchmal Hochwasser führt. Kempten besitzt eine gute Verkehrsanbindung durch die Autobahn A 7 (Memmingen - Füssen) und die Eisenbahnlinien. Die Stadt ist Eisenbahnknotenpunkt. Die Züge fahren in die Richtungen Ulm, Oberstdorf, München, Lindau, Reutte/Tirol.
Die Geschichte Kemptens geht auf die Römerzeit zurück. Im Jahr 15 v. Chr. kamen römische Truppen in die Region und nahmen eine keltische Siedlung namens "Cambodunum" in Besitz. Sie vergrößerten die Siedlung, die im Lauf der Zeit zu einer wohlhabenden römischen Stadt wurde. Erst im Jahr 488 n. Chr. gaben die Römer die Stadt auf. Die Alemannen besiedelten nun die Stadt Kempten. Im Jahr 747 brachten Missionare aus St. Gallen den Bewohnern das Christentum. Schon 752 entstand ein Kloster. Die Stadt erlebte immer wieder Zerstörungen und Besetzungen durch feindliche Truppen, besonders im 30-jährigen Krieg; die Bewohner bauten sie aber immer wieder auf.
1803 kam die Stadt, die vorher Freie Reichsstadt gewesen war, zu Bayern. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erwiesen sich die Bewohner von Kempten als sehr fortschrittlich: Sie förderten die Industrialisierung durch verschiedene moderne Projekte: 1852 erster Bahnhof, 1857 erste Gasbeleuchtung, 1901 erstes Elektrizitätswerk. Heute schaffen Firmen verschiedener Branchen in Kempten Arbeitsplätze, u.a. aus den Bereichen Maschinenbau, Logistik, Lebensmittel, Bierbrauerei. Auch die Landwirtschaft spielt in den eingemeindeten Dörfern noch eine gewisse Rolle. Auch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Viele Touristen, die im Allgäu ihre Ferien verbringen, machen mindestens einen Tagesausflug nach Kempten.
Die größte Touristenattraktion Kemptens dürfte der "Archäologische Park Cambodunum" sein. Er wurde ab 1983 an den archäologischen Ausgrabungsstätten eingerichtet, um die Funde öffentlich zugänglich zu machen. Teilweise sind die Bauwerke (z.B. Tempel) nicht original erhalten, sondern rekonstruiert. Das Allgäu-Museum Kempten - in einem schönen Barockgebäude, dem "Kornhaus", untergebracht - zeigt das Leben der Bürger von Kempten in der jüngeren Vergangenheit. Zu den Ausstellungobjekten zählen Trachten, Zimmereinrichtungen, Spielzeug und eine riesige Weihnachtskrippe mit 250 Figuren. Aus dem 17. Jahrhundert stammen einige der schönste Gebäude der Stadt, nämlich die fürstäbtliche Residenz und die Lorenzkirche.