Ulm ist mit knapp 122.000 Einwohnern eine der größten Städte Baden-Württembergs, und auch eine der schönsten, zumindest was die Lage direkt an der Donau und die historischen Bauwerke betrifft. Das Klima allerdings ist hier eher etwas rauer als in anderen Gegenden Baden-Württembergs (etwa im Neckartal oder am Oberrhein), das liegt daran, dass die Stadt auf über 400 m Höhe liegt. Auch Nebel gibt es in Ulm relativ häufig.
Ulm wurde erstmals im Jahr 854 urkundlich erwähnt. Es war damals schon Königspfalz. Im Jahr 1184 wurde Ulm zur Freien Reichsstadt. Durch Handel über die Donau und durch Produktion von Web- und Steinmetzarbeiten wurde die Stadt sehr reich. Daher konnte auch im Jahr 1377 der Münsterbau in Angriff genommen werden.
Ähnlich wie der Kölner Dom entwickelte sich das Ulmer Münster zur ewigen Baustelle; erst im 19. Jahrhundert (!) wurde es fertiggestellt. Die Stadt verarmte nach dem 30-jährigen Krieg. Erst durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert kamen wieder bessere Zeiten. Die Stadt wuchs, und viele Industriebetriebe siedelten sich an. Auch heute ist Ulm noch eine bedeutende Industriestadt, die viele Arbeitsplätze bieten kann. Zudem wurde 1967 die Universität gegründet. Die Donauschifffahrt spielt heute für die Ökonomie keine große Rolle mehr, aber Ulm ist verkehrsmäßig in jeder Hinsicht gut angebunden. Die ICEs (z.B. aus Richtung Stuttgart) halten hier, und über die Autobahn A 8 ist Ulm mit Stuttgart und München, über die A 7 mit Würzburg verbunden.
Das Münster mit seinem 161,53 m hohen Turm (nach wie vor der höchste Kirchturm der Welt!) ist natürlich das großartigste historische Gebäude der Stadt. Allein die Glasfenster aus dem Spätmittelalter sind von unschätzbarem Wert. Besonders kunstvoll sind auch die mit Figuren verzierten Bänke im Chor (aus dem 15. Jahrhundert). Das Kirchenschiff ist sehr groß, über 2.000 Menschen finden darin Platz. In mehreren Seitenkapellen stehen reich geschmückte Altäre. Vor dem riesigen Münster verblassen natürlich die anderen historischen Gebäude ein wenig. Aber auch das Rathaus und viele Bürgerhäuser der historischen Altstadt sind sehenswert.
Die Universitätsstadt verfügt über eine lebendige Kulturszene. Außer dem Stadttheater bestehen mehrere kleine Privattheater, z.B. das innovative "Theater in der Westentasche". Moderne Kunst und Fotografie wird im "Stadthaus" gezeigt. Das kulturhistorische "Museum für Brotkultur" stellt die Entwicklung der Getreideverarbeitung dar. Radwege an der Donau entlang, das Naherholungsgebiet Friedrichsau an der Donau sowie ein botanischer und ein zoologischer Garten verschaffen den Einwohnern von Ulm eine gute und kinderfreundliche Lebensqualität.