Die Ankündigung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), dass Hausbesitzer einen Teil der Kosten für Wärmedämmung auf die Miete umlegen sollen, stößt bei der Mehrheit der Mieter auf Zustimmung. Laut einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" wären 54 Prozent der Mieter bereit, mehr Miete zu zahlen, wenn der Hauseigentümer das Gebäude energetisch sanieren würde.
22 Prozent würden eine Mieterhöhung von drei Prozent akzeptieren, 20 Prozent würden fünf Prozent mehr zahlen und immerhin zwölf Prozent würden einer Mieterhöhung von mehr als zehn Prozent zustimmen.
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Nach dem Willen des Deutschen Mieterbund (DMB) soll der Mietspiegel künftig Auskunft darüber geben, wie gut eine Immobilie gegen den Verlust von Wärme geschützt ist. "Der Wert einer energetisch modernisierten Wohnung sollte angemessen bei der ortsüblichen Vergleichsmiete, zum Beispiel im Mietspiegel, berücksichtigt werden", sagte Mieterbundpräsident Franz-Georg Rips gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". "Hier kann abgebildet werden, dass der Markt bereit ist, mehr Miete für energetisch modernisierte Wohnungen zu zahlen."
Damit kontert der Mieterbund Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die vergangene Woche eine Gesetzesänderung in Aussicht gestellt hatte, die es Vermietern erlaubt, die Kosten von energetischen Gebäudesanierungen stärker auf die Mieter umzulegen. Von einer stärkeren Abwälzung der Sanierungskosten auf die Mieter war vorher bei Union und FDP keine Rede.
Das federführende Bundesjustizministerium prüft derzeit Änderungen am Mietrecht. Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) geht davon aus, dass im ersten Halbjahr 2011 erste Ergebnisse vorliegen. Sogenannte Öko-Mietspiegel gibt es bereits in Darmstadt, Bochum und in Ansätzen auch in Berlin.
Durch das neue Energiekonzept der Regierung könnten die Mieten in Deutschland deutlich steigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angedeutet, dass als Folge des neuen Energiekonzepts der Bundesregierung auf die Bürger deutlich höhere Mieten zukommen könnten. Die Hauseigentümer sollten künftig einen größeren Teil der Kosten für eine bessere Wärmedämmung der Gebäude an die Mieter weitergeben dürfen, erklärte Merkel in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".
Dies sei für einen besseren Klimaschutz unabdingbar. "Das findet natürlich auf den ersten Blick nicht jeder gut, aber es ist doch verständlich, dass sich solch eine Investition in die Zukunft sowohl für den Vermieter als auch für den Mieter lohnen muss", betonte die Kanzlerin.
Der Mieter profitiere auf Dauer von niedrigeren Energiekosten. Die Kanzlerin verteidigte zugleich das Energie- und Klimakonzept, das das Bundeskabinett am Dienstag beschlossen hatte und das unter anderem längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke vorsieht. Anders als oft behauptet, habe sich die Regierung bei der Entscheidung auch nicht von den Atomkonzernen über den Tisch ziehen lassen, sagte sie. Vielmehr seien die Unternehmen an den "wesentlichen Grundentscheidungen aus guten Gründen überhaupt nicht beteiligt" gewesen. Entscheidend sei jetzt, "dass wir wirklich vorankommen auf dem Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien".
Sie habe die Sorge, "dass viele Menschen zwar von immer mehr Wind- und Sonnenenergie träumen, aber nicht bereit sind, den für unsere Ziele notwendigen fundamentalen Umbau unserer Infrastruktur zu unterstützen", erklärte die Kanzlerin. "Wir werden es aber nicht schaffen, wenn wir nicht die Stromnetze erheblich ausbauen und Kohlendioxid im großen Umfang unterirdisch speichern."